Podacsting und Audio-Bearbeitung können sehr zeitaufwändig werden – eine Ausbildung zum Tonstudiotechniker dauert mehrere Jahre… Aber um sehr gute bis semi-professionelle Ergebnisse zu erzielen reicht vernünftige Hardware und ein wenig Übung vollkommen aus! Damit läßt sich durchaus Radio-Qualität erreichen (selbst in großen Radiosendungen werden O-Töne manchmal „nur“ mit Smartphone aufgezeichnet).
Nachdem Sie Ihr Audiomaterial in Audacity geschnitten und auf die Spuren und die Timeline verteilt haben sollten Sie folgende grundlegende Bearbeitungsschritte gehen (experimentieren Sie, jeden Effekt können Sie vorhören bevor er angewendet wird!):
Hinweis: Halten Sie sich schadfrei, indem Sie jede Spur im Projekt kopieren, sodaß sie zweimal vorliegt. Sollten Nachbearbeitungen mißlingen, können Sie jederzeit wieder von vorne beginnen, indem Sie auf die Ausgangskopie zurückgreifen können.
- Wenn sie innerhalb einer Spur große Lautstärkeunterschiede haben, verwenden Sie den Effekt „Komprimieren“. Kompression verringert die Lautheit zwischen lauten und leisen Antielen. (Dosierte) Kompression erzeugt außerdem ein kompaktes, vollmundiges Klangspektrum. Zuviel Kompression führt allerdings zu leblosen Ergebnissen weil die Dynamik leidet.
- Haben Sie Aufnahmematerial, das Sie nicht nochmal besorgen können, finden dort aber störendes Rauschen vor, experimentieren Sie mit dem Effekt „Rauschverminderung“, er bewirkt keine Wunder, kann das Problem aber deutlich minimieren
- Beschäftigen Sie sich ein wenig mit den Effekten „Equalizer“ oder „Filter Curve“ um den Klang von Sprache und ggf. Geräuschen zu verbessern (Bässe anheben bei Frauen, senken bei Männer, Höhen reduzieren bei Frauen, anheben bei Männern usw.)
- Bei extremen S-Lauten installieren Sie ein „De-Esser“-Plugin nach, das diese rasufiltern kann (eine beispielhafte Anleitung).
- Lautstärke-Unterschiede zwischen den Spuren minimieren (über den Effekt „Verstärken“ oder per Hüllkurvenwerkzeug)
- Beurteilen Sie Ihre Episode als stimmig, können Sie das Ergebnis in eine Audio-Datei exportieren, sie ist dann ihre fertige Epsiode, die den Nutzenden ausgeliefert wird.
Es gibt zu den genannten Themen etliche Video-Tutorials, die sich per Suchmaschine oder in youtube leicht finden lassen, hier zwei Beispiele:
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Effekte und Schritte, die das Material interessanter machen können: Leichter Hall, verschieben auf der Stereobühne, Verfremdungseffekte u.v.m – lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Erlaubt ist, was gefällt!
Hinweis: Verwenden Sie in größeren Projekten Textspuren. Sie erleichtern den Überblick im Projekt und können beim Erstellen von Kapitelmarken hilfreich sein. Geben Sie den Spuren sprechende Namen zu besseren Unterscheidung der einzelnen Spuren.


